Wahlen in Jemen - Präsident Saleh darf nicht straflos bleiben

PRESSEMITTEILUNG - Brüssel, 20. 2. 2012

Anlässlich der morgen im Jemen stattfindenden Präsidentschaftswahlen erklärt die Europaabgeordnete und Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses Barbara Lochbihler:

"Die Wahlen in Jemen sind ein Trauerspiel. Mit Vizepräsident Mansur Hadi als einzigem Kandidaten steht ein Vertreter des alten Regimes zur Wahl, während die Familie des ehemaligen Staatschefs Saleh weiterhin wichtige Teile der Armee und die Nationalpolizei kontrolliert. Es ist zu befürchten, dass alles beim Alten bleibt. Das ist ein Betrug an den Zigtausenden Menschen, die für demokratische Rechte auf die Straße gegangen sind und erzwungen haben, dass Saleh zurücktritt.

Die EU unterstützt die Wahl mit sieben Millionen Euro. Es ist allerdings äußerst fraglich, ob diese Wahl, wie die Europäer erwarten, einen friedlichen Wandel fördert. Auf keinen Fall dürfen wir hinnehmen, dass Saleh für die während seiner Amtszeit und im Rahmen des Aufstands verübten Menschenrechtsverbrechen nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Dass sich die Vereinten Nationen und der Golfkooperationsrat geeinigt haben, Saleh nicht strafrechtlich zu verfolgen, ist ein Affront gegen alle, die für demokratische Verhältnisse im Jemen kämpfen."

 

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