Das 7. Forschungsrahmenprogramm
Das 7. Forschungsrahmenprogramm ist aufgeteilt in die vier Teilprogramme: Zusammenarbeit, Ideen, Menschen und Kapazitäten. Es soll zu transnationaler Zusammenarbeit, Innovation, der Forscherausbildung zur Verbesserung der Strukturen beitragen. Im Rahmen des neuen Forschungsbudgets werden außerdem verschiedene wissenschaftliche und technische Maßnahmen der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der europäischen Institutionen finanziert. Mit einer starken und kohärenten internationalen Wissenschafts- und Technologiepolitik soll die Wettbewerbsfähigkeit und Rolle der Europäischen Gemeinschaft in der Welt gestärkt werden.
Ziele
Die Hauptziele des Programms sind die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Europa, die Pionierforschung und innovative Ideen, die persönliche Entwicklung von Forschern innerhalb und außerhalb der EU sowie der Aufbau von Forschungskapazitäten. Es werden sowohl Netzwerke und Projektkooperationen, Einzelprojekte und Institutionen als auch ganz konkret einzelne Forscher (Marie-Curie Aktionen) unterstützt. Die Aktivitäten des 7. Forschungsrahmenprogramms lassen sich dementsprechend den vier Teilprogrammen zuordnen:
Teilprogramme
1. Zusammenarbeit
- Förderung der grenzüberschreitende Zusammenarbeit im gesamten Spektrums der Forschung in der Europäischen Union und darüber hinaus
- Entwicklung internationaler Synergien wie die Koordinierung und Strukturierung der Forschung und der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Schwerpunkte sind u.a.
- Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften
Wichtigste gesellschaftliche Tendenzen und ihre Auswirkungen:
- demografischer Wandel einschließlich Alterung, Fruchtbarkeit und Migration;
- Veränderungen bei damit zusammenhängenden Aspekten wie Lebensstil, Familie, Arbeit, Konsumverhalten, einschließlich Fragen des Verbraucherschutzes, Gesundheit und Lebensqualität unter Einbeziehung von Fragen im Zusammenhang mit Kindheit, Jugend und Behinderungen sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie;
- kulturelle Interaktion im internationalen Maßstab unter Berücksichtigung von Traditionen verschiedener Gesellschaften, von Bevölkerungsvielfalt unter Einbeziehung der Aspekte Ethnische Gruppen, multikulturelle Fragen, unterschiedliche Identitäten, Sprachen und Religionszugehörigkeiten sowie von möglichen Fragen in diesem Zusammenhang, einschließlich Diskriminierung, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.
- Die Gleichstellungsproblematik, Ungleichheiten und die sich wandelnden Wertvorstellungen sind ebenfalls einzubeziehen. Ferner sollen die Veränderungen in der Kriminalität und der Wahrnehmung von Straftaten sowie die sich verändernde soziale Verantwortung von Unternehmen untersucht werden.
Europa in der Welt:
- Handels-, Finanz-, Investitions- und Migrationsströme und deren Auswirkungen; ungleichmäßige Entwicklung, Armut und Nachhaltigkeit; wirtschaftliche und politische Beziehungen und weltweite Entscheidungsprozesse, auch in internationalen Organisationen. Dies dient der Untersuchung kultureller Interaktion - beispielsweise durch Medien und Religionen - sowie spezifischer nichteuropäischer Konzepte.
- Konflikte, deren Ursachen und Lösung sowie Förderung des Friedens; die Beziehung zwischen Sicherheit und destabilisierenden Faktoren wie Armut, Kriminalität, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit, ungleichmäßiger Entwicklung, finanzieller Instabilität und Verschuldung; Terrorismus, seine Ursachen und Folgen; sicherheitsbezogene politische Maßnahmen und Wahrnehmung von Unsicherheit sowie Beziehungen zwischen Zivilsektor und Militär.
Der Bürger in der Europäischen Union:
- Mitwirkung (auch im Hinblick auf Jugend, Minderheiten und Fragen der Geschlechterrollen), Vertretung, Rechenschaftspflicht und Rechtmäßigkeit; Öffentlichkeit, Medien und Demokratie in Europa; verschiedene Formen der Staatsführung in der EU einschließlich wirtschaftlicher und rechtlicher Ordnungspolitik und der Rolle des öffentlichen und des privaten Sektors, politische Entscheidungsprozesse und Möglichkeiten der Politikgestaltung; die Rolle der Zivilgesellschaft; Staatsbürgerschaft und Rechte; Auswirkungen der Erweiterung und damit verbundene Wertvorstellungen der Bevölkerung;
- Vielfalt und Gemeinsamkeiten in Europa unter Berücksichtigung ihrer geschichtlichen Wurzeln und ihrer Entwicklung; institutionelle Unterschiede (z.B. Normen, Verfahren und Gesetze); kulturelles Erbe; verschiedene Vorstellungen und Perspektiven hinsichtlich der europäischen Integration und der Erweiterung unter Einbeziehung der Ansichten der Bürger; Identitäten einschließlich der europäischen Identität; Ansätze für das Zusammenleben verschiedener Kulturen; die Rolle von Sprache, Kunst und Religionen; Haltungen und Wertvorstellungen.
2. Ideen
- Pionierarbeit von Nachwuchsforschern
- Forschungsarbeit in den Grenzbereichen des Wissens
- Europäischer Wettbewerb.
3. Menschen
- Forschererstausbildung (Marie-Curie Aktionen)
- Lebenslanges Lernen und Laufbahnentwicklung europäischer Forscher
- Partnerschaften zwischen Industrie und Hochschulen
- Internationaler Austausch, Netzwerkbildung und gemeinsame Initiativen
- Förderung des gemeinsamen europäischen Arbeitsmarktes für Forscher.
4. Kapazitäten
- Unterstützung und Aufbau von Forschungsinfrastrukturen sowie regionaler Cluster
- Entwicklung des Forschungspotenzials in den ärmeren Regionen und äußersten Randlagen der Europäischen Gemeinschaft
- Forschung zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)
- Stärkung und Verbesserung des europäischen Wissenschaftssystems durch Veröffentlichungen, Debatten und Nachwuchsförderung
- Strategische Partnerschaften mit Drittländern zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.
Teilnahmeberechtigte
Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, Universitäten, Forschungszentren oder andere Rechtspersonen, gleich ob sie ihren Sitz in einem Mitgliedstaat, einem assoziierten Land oder einem dritten Land haben. Genaue Voraussetzungen für die jeweiligen Maßnahmen werden in der entsprechenden Ausschreibung veröffentlicht.
Das 7. Rahmenprogramm steht allen Ländern offen, die dazu die nötigen bilateralen Übereinkommen geschlossen haben.
Die weltweite Zusammenarbeit in der Forschung soll die europäische Wettbewerbsfähigkeit durch strategische Partnerschaften in ausgewählten Wissenschaftsbereichen und durch die Gewinnung der besten Wissenschaftler für die Arbeit in und mit Europa steigern. Weiterhin wird die Forschung über besondere Probleme unterstützt, mit denen Drittländer konfrontiert sind oder die einen globalen Charakter haben.
Weiterführende Links
Ausschreibungen und Fristen http://cordis.europa.eu/fp7/dc/index.cfm
Programmtexte http://ec.europa.eu/research/fp7/documents_en.html
GD Forschung http://ec.europa.eu/dgs/research/index_de.html
Cordis http://cordis.europa.eu/fp7/

