Das Integrierte Programm Lebenslanges Lernen (LLP)

Das Integrierte Aktionsprogramm zum Lebenslangen Lernen deckt mit seinen Teilprogrammen verschiedene Lebensabschnitte der Bürger ab: von der Schulbildung (Programm Comenius), über berufliche Bildung (Leonardo da Vinci) und Hochschulbildung (Erasmus) bis hin zur Erwachsenenbildung (Grundtvig). Mit dem Querschnittsprogramm werden zusätzlich bestimmte Themen, wie Sprachenlernen, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Politische Zusammenarbeit und Verbreitung von Ergebnissen besonders hervorgehoben und unterstützt. Weiterhin ist die Jean Monnet Aktion zur Förderung der Europastudien und -wissenschaften Teil des Aktionsprogramms. Durch eine Ausweitung der Aktivitäten, mehr Transparenz und Dezentralisierung soll das Programm Lebenslanges Lernen zur Entwicklung einer fortschrittlichen europäischen Wissensgesellschaft beitragen.

Ziele insgesamt

Die Europäische Union fördert mit dem „Integrierten Aktionsprogramm im Bereich des Lebenslangen Lernens" die Entwicklung einer modernen Wissensgesellschaft in der EU. Als Teil der Lissabonstrategie soll dies zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, der Entstehung von Arbeitsplätzen, einem größeren sozialen Zusammenhalt und dem Schutz der Umwelt beitragen. Hauptziel des Programms ist es, den Austausch, die Zusammenarbeit und Mobilität zwischen den Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung innerhalb der EU und darüber hinaus zu fördern. Die Europäischen Bildungssysteme sollen sich zu einer weltweiten Qualitätsreferenz entwickeln. Konkret werden mehr Innovation, eine Verbesserung der Qualität, die Möglichkeit der persönlichen Entfaltung und mehr sprachliche Vielfalt in der EU angestrebt.

Comenius - Schulbildung

Das Programm Comenius richtet sich an SchülerInnen in der gesamten Schullaufbahn bis zum Ende des Sekundarbereiches II (Abitur) und die Lehrkräfte an den entsprechenden Schulen. Comenius soll einen Beitrag zum Erwerb grundlegender Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen leisten. Dies soll zur persönlichen Entwicklung der Teilnehmer, guten Beschäftigungschancen und einer aktiven europäischen Bürgergesellschaft beitragen. Mit Maßnahmen wie Schüleraustauschen und internationalen Schulpartnerschaften soll das Verständnis junger Menschen untereinander und für die Vielfalt der europäischen Kultur erweitert werden. 

Maßnahmen

Mobilität von Einzelpersonen 

  • Austausch von Schülern und Lehrkräften;
  • Praktika in Schulen oder Unternehmen für Schüler bzw. Bildungspersonal;
  • Teilnahme von Lehrkräften an Schulungen;
  • Studienbesuche und vorbereitende Besuche für Mobilitäts-, Partnerschafts-, Projekt- oder Vernetzungsaktivitäten;
  • Aufenthalte von Lehrern und Lehramtskandidaten als Assistenten.

Partnerschaften mit

  • Schulen, mit dem Ziel, gemeinsame Lernprojekte für Schüler und ihre Lehrer zu entwickeln („Comenius-Schulpartnerschaften");
  • Organisationen, die für einen Aspekt der schulischen Bildung zuständig sind, mit dem Ziel der Förderung der interregionalen Zusammenarbeit, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Grenzregionen („Comenius-Regio-Partnerschaften")

Multilaterale Projekte

  • Entwicklung, Förderung und Verbreitung neuer Lehrmethoden oder Lehrmittel;
  • Entwicklung von und Erfahrungsaustausch über Beratungsleistungen für Lernende;
  • Entwicklung, Förderung und Verbreitung neuer Angebote oder Inhalte für die Lehrerausbildung.

Multilaterale Netze

  • Ausbau des Bildungsangebots in dem Fach oder Themengebiet, in dem das Netz aktiv ist - zum eigenen Nutzen und zum Nutzen der Bildung insgesamt;
  • Ermittlung und Verbreitung relevanter vorbildlicher Verfahren und Innovationen;
  • Inhaltliche Unterstützung von Projekten und Partnerschaften anderer Akteure;
  • Weiterentwicklung der Bedarfsanalyse und ihrer praktischen Anwendungsmöglichkeiten in der Schulbildung;

Flankierende Maßnahmen

  • Initiativen, die auf die Förderung der Ziele des Programms Comenius abzielen.

Teilnahmeberechtigte

  • Schüler an Vorschulen und Schulen bis einschließlich Sekundarbereich II;
  • Schulen gemäß den Angaben der Mitgliedstaaten;
  • Lehr-, Hilfs- und Verwaltungspersonal dieser Schulen;
  • Vereinigungen und Vertreter der an der Schulbildung beteiligten Akteure;
  • öffentliche und private Strukturen, die auf lokaler, regionaler und nationaler

Ebene für die Organisation und die Bereitstellung der Bildung zuständig sind;

  • mit Aspekten des lebenslangen Lernens befasste Forschungszentren und sonstige Einrichtungen;
  • Hochschulen.

ERASMUS - Hochschulbildung

Das Erasmus-Programm richtet sich an Studierende, Doktoranden und Dozenten an Hochschulen und Fachhochschulen. Diese erhalten Unterstützung, um für einen bestimmten Zeitraum im Ausland zu studieren oder zu forschen. Im Rahmen des neuen Erasmus Programms werden außerdem Praktika während des Studiums in Unternehmen (bisher ein Element von Leonardo da Vinci) und die Mobilität als Teil gemeinsamer Europäischer Masterstudiengänge gefördert. Weiterhin unterstützt die EU Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende allgemeine oder berufliche Bildungsgänge anbieten. Dies soll zu einem gemeinsamen Europäischen Hochschulraum und der Stärkung und Entwicklung der europäischen Hochschulbildung beitragen.

Ziele

Das Erasmus-Programm, welches den Austausch, die Zusammenarbeit und die Mobilität zwischen den europäischen Hochschulsystemen forciert, hat das Ziel, einen grenzüberschreitenden Europäischen Hochschulraum zu schaffen. Die Europäische Kommission hat sich mit dem neuen Erasmus-Programm das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass bis 2012 drei Millionen Einzelpersonen von den studentischen Mobilitätsprogrammen profitieren. Weiterhin sollen Hochschulen und auf tertiärer Ebene angesiedelte Berufsbildungseinrichtungen vermehrt zusammenarbeiten, auch mit Unternehmen. Dies soll zur Konvergenz von in Europa erworbenen Hochschulabschlüssen und Berufsqualifikationen beitragen. Die Europäischen Hochschulen sollen mit Erasmus gestärkt und ihr Beitrag zum Innovationsprozess in der europäischen Gesellschaft forciert werden.

Maßnahmen

Mobilität von Einzelpersonen

  • Mobilität von Studierenden, die in anderen Ländern Studien- bzw. Ausbildungsaufenthalte oder Praktika in Unternehmen, Berufsbildungseinrichtungen oder anderen Organisationen absolvieren;
  • Mobilität von Hochschullehrkräften, um an einer Partnereinrichtung in einem anderen Land zu unterrichten bzw. eine Fortbildung zu absolvieren;
  • Mobilität von anderem Hochschulpersonal sowie von Mitarbeitern in Unternehmen, um eine Fortbildung zu absolvieren oder zu unterrichten;
  • Auf multilateraler Basis organisierte Erasmus-Intensivprogramme.

Multilaterale Projekte

  • Innovationen und Experimente der europäischen Hochschulen, die die Ziele des Erasmus Programms betreffen.

Multilaterale Netze („thematische Erasmus-Netze")

  • Zusammenschlüsse von Hochschuleinrichtungen, die sich mit einem bestimmten Fachgebiet oder einem interdisziplinären Thema befassen und das Ziel verfolgen, neue Lernkonzepte und Kompetenzen zu entwickeln.

Flankierende Maßnahmen

  • Initiativen, die auf die Förderung der Ziele des Programms Erasmus abzielen.

Teilnahmeberechtigte

  • Studierende und in der Ausbildung befindliche Personen, die einen Bildungsgang an jeglicher Art von Hochschule oder Berufsbildungseinrichtung auf tertiärer Ebene absolvieren und zumindest das erste Studienjahr abgeschlossen haben;
  • Hochschulen gemäß den Angaben der Mitgliedstaaten;
  • Lehr- und Verwaltungspersonal dieser Hochschulen;
  • Vereinigungen und Vertreter der an der Hochschulbildung beteiligten Akteure einschließlich relevanter Vereinigungen von Studierenden, Hochschulen und Lehrkräften;
  • Unternehmen, Sozialpartner und andere Vertreter des Arbeitslebens;
  • Öffentliche und private Strukturen, die auf lokaler und regionaler Ebene für die Organisation und die Bereitstellung der allgemeinen bzw. beruflichen Bildung zuständig sind;
  • Forschungszentren und sonstige Einrichtungen, die sich mit Aspekten des lebenslangen Lernens befassen.

LEONARDO DA VINCI - Berufliche Bildung

Mit dem Programm Leonardo da Vinci werden Teilnehmer und Lehrkräfte im Bereich der beruflichen Erstausbildung (Lehre) und der beruflichen Weiterbildung unterstützt. Auszubildende können beispielsweise Praktika in einem Unternehmen oder einer Berufsbildungseinrichtung in einem anderen EU-Mitgliedstaat machen; Ausbildern wird die Möglichkeit gegeben, sich in länderübergreifenden Praktika und Austauschmaßnahmen beruflich weiterzubilden. Außerdem können Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern, in Partnerschaften oder Netzwerken zu bestimmen Themen zusammenarbeiten. Allgemeines Ziel des Leonardo da Vinci-Programms ist es, junge Arbeitnehmer auf Veränderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten und die Entwicklung der qualifizierten Berufsbildung zu fördern.

Ziele

Ziel des Leonardo da Vinci-Programms ist die Steigerung des Austausches, der Zusammenarbeit und der Mobilität in der beruflichen Bildung. Hierzu soll die Zahl der geförderten Auslandspraktika auf mindestens 80 000 pro Jahr ansteigen. Die Zusammenarbeit zwischen Bildungsanbietern, Unternehmern, Sozialpartnern und anderen relevanten Stellen in Europa soll verbessert und erweitert werden. Dies zielt auf den gegenseitigen Austausch über Systeme und Inhalte der Erstausbildungs- und Weiterbildungsverfahren ab, so dass Innovationen und vorbildliche Verfahren weitergegeben werden können. Auf diese Weise soll das Programm zu mehr Transparenz und der europaweiten Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen in der Berufsausbildung und Weiterbildung führen.

Maßnahmen

Mobilität von Einzelpersonen

  • Länderübergreifende Praktika in Unternehmen oder Berufsbildungseinrichtungen;
  • Praktika und Austauschmaßnahmen von Ausbildern und Beratern in der beruflichen Weiterbildung, Leitern von Berufsbildungseinrichtungen und Verantwortlichen für die Ausbildungsplanung und die berufliche Orientierung in Unternehmen;

Partnerschaften

  • Partnerschaften zu Themen, die für die beteiligten Organisationen von gemeinsamem Interesse sind.

Multilaterale Projekte zum Innovationstransfer

  • Projekte zur Verbesserung der Berufsbildungssysteme durch Innovationstransfer, einschließlich der sprachlichen, kulturellen und rechtlichen Anpassung von in anderen Ländern entwickelten innovativen Produkten und Verfahren.

Multilaterale Projekte zur Innovationsentwicklung

  • Projekte zur Entwicklung und zum Transfer von Innovationen und vorbildlichen Verfahren zu Verbesserung der Berufsbildungssysteme.

Thematische Netze

  • Thematische Netze aus Experten und Organisationen, die sich mit spezifischen Fragen der beruflichen Bildung befassen.

Flankierende Maßnahme

  • Initiativen, die auf die Förderung der Ziele des Programms Leonardo da Vinci abzielen.

Teilnahmeberechtigte

  • Junge Menschen, die an beruflichen Bildungsgängen jeglicher Art bis einschließlich des Sekundarbereichs II teilnehmen;
  • Personen, die an Bildungsgängen zur beruflichen Weiterbildung teilnehmen;
  • Arbeitsmarktteilnehmer;
  • Bildungsanbieter in den vom Programm Leonardo da Vinci abgedeckten Bereichen;
  • Lehr- und Verwaltungspersonal dieser Bildungsanbieter;
  • Vereinigungen und Vertreter der an der beruflichen Bildung beteiligten Akteure einschließlich Vereinigungen von Auszubildenden, Eltern und Lehrkräften;
  • Unternehmen, Sozialpartner und andere Vertreter des Arbeitslebens einschließlich Handelskammern und anderen Berufsverbänden;
  • Anbieter von Beratungs- und Informationsdiensten mit Bezug zu Aspekten des lebenslangen Lernens;
  • Personen und Stellen, die auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene verantwortlich sind für Systeme und politische Strategien mit Bezug zu Aspekten des lebenslangen Lernens;
  • Forschungszentren und sonstige Einrichtungen, die sich mit Aspekten des lebenslangen Lernens befassen;
  • Gemeinnützige Organisationen, ehrenamtlich tätige Einrichtungen und NROs.

GRUNDTVIG - Erwachsenbildung

Für die Entwicklung einer fortschrittlichen, wissensbasierten Gesellschaft in Europa wird das lebenslange Lernen immer wichtiger. Deshalb unterstützt die Europäische Gemeinschaft mit dem Programm Grundtvig die Erwachsenenbildung. Es werden sowohl Lernende und Lehrende in der Erwachsenenbildung als auch Organisationen gefördert, die entsprechende Bildungsgängen anbieten. Erwachsene, die z.B. über keinen formellen Abschluss verfügen, sollen alternative Möglichkeiten erhalten, ihre Kenntnisse und ihr Wissen zu erweitern. Mit dem Grundtvig-Programm soll den Herausforderungen der alternden Gesellschaft in Europa entsprochen werden.

Ziele

Ziele des Grundtvig-Programms sind mehr Mobilität und Zusammenarbeit in der Erwachsenbildung in Europa. Hierzu sollen bis 2013 jährlich mindestens 7 000 Personen Mobilitätsstipendien erhalten. Weiterhin unterstützt die Europäische Gemeinschaft die Zusammenarbeit von Organisationen, die in der Erwachsenbildung tätig sind, und die Entwicklung von innovativen Verfahren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen für Menschen aus gefährdeten gesellschaftlichen Gruppen bzw. Randgruppen, so dass sie alternative Möglichkeiten zur Bildung erhalten. Schließlich zielt das Grundtvig-Programm auf die Verbesserung pädagogischer Konzepte und des Managements von Erwachsenenbildungseinrichtungen ab.

Maßnahmen

Mobilität von Einzelpersonen

  • Besuche;
  • Praktika;
  • Aufenthalte als Assistenten;
  • Austauschmaßnahmen für Teilnehmer und Lehrkräfte in der formalen und nichtformalen Erwachsenenbildung.

Grundtvig- Lernpartnerschaften

  • Partnerschaften zu Themen, die für die beteiligten Organisationen von gemeinsamem Interesse sind;

Multilaterale Projekte

  • Multilaterale Projekte, die darauf abzielen, die Erwachsenenbildungssysteme durch die Entwicklung und den Transfer von Innovationen und vorbildlichen Verfahren zu verbessern.

Thematische Netze („Grundtvig-Netze")

Thematische Netze, die aus Experten und Organisationen bestehen und sich mit folgenden Aspekten beschäftigen:

  • der Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung in Bezug auf das Fachgebiet, das Themengebiet oder den Management-Aspekt, mit dem sich das jeweilige Netz beschäftigt;
  • der Ermittlung, Verbesserung und Verbreitung relevanter vorbildlicher Verfahren und Innovationen;
  • der inhaltlichen Unterstützung von Projekten und Partnerschaften anderer Akteure und der Förderung der interaktiven Zusammenarbeit zwischen solchen Projekten und Partnerschaften;
  • der Weiterentwicklung der Bedarfsanalyse und der Qualitätssicherung in der Erwachsenenbildung;

Flankierende Maßnahmen

  • Initiativen, die auf die Förderung der Ziele des Programms Grundtvig abzielen

Teilnahmeberechtigte

  • Lernende in der Erwachsenenbildung;
  • Bildungsanbieter in der Erwachsenenbildung;
  • Lehrkräfte und Verwaltungspersonal dieser Bildungsanbieter und weiterer an der Erwachsenenbildung beteiligter Organisationen;
  • Einrichtungen, die an der Erstausbildung oder Weiterbildung von im Bereich der Erwachsenenbildung tätigem Personal beteiligt sind;
  • Vereinigungen und Vertreter der an der Erwachsenenbildung beteiligten Akteure einschließlich Vereinigungen von Lernenden und Lehrkräften;
  • Anbieter von Beratungs- und Informationsdiensten mit Bezug zur Erwachsenenbildung;
  • Personen und Stellen, die auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene verantwortlich sind für Systeme und politische Strategien mit Bezug zur Erwachsenenbildung;
  • Forschungszentren und sonstige Einrichtungen, die sich mit Aspekten der Erwachsenenbildung befassen;
  • Unternehmen;
  • gemeinnützige Organisationen, ehrenamtlich tätige Einrichtungen und NRO;
  • Hochschulen.

Querschnittsprogramm

Das Querschnittsprogramm setzt thematische Schwerpunkte in der Bildungsförderung der EU. Gefördert werden der Erwerb von Fremdsprachen, die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), die Entwicklung politischer Strategien für den Bildungsbereich und die Verbreitung von erfolgreichen Projektergebnissen. Die Maßnahmen sollen mindestens zwei Unterprogramme des Integrierten Aktionsprogramms betreffen, um Synergien zu ermöglichen. Auf diese Weise soll das Querschnittsprogramm zur Konvergenz der allgemeinen und beruflichen Bildungssysteme in der EU beitragen und die Wirkung des integrierten Programms lebenslanges Lernen forcieren. 

Ziele

Das Querschnittprogramm soll das Integrierte Programm für lebenslanges Lernen in bestimmten Bereichen unterstützen. Zum einen sollen politische Strategien mit Bezug zu den europäischen Initiativen für mehr Beschäftigung und Wettbewerb (Lissabon), bessere Hochschul- (Bologna) und berufliche Bildung (Kopenhagen)entwickelt werden. Mit vergleichbaren Daten, Statistiken und Analysen sollen die europäischen Bildungsprogramme überprüft und untermauert werden. Außerdem sollen erfolgreiche Projektergebnisse der anderen Förderprogramme publiziert werden, um als Beispiel für weitere Aktionen zu fungieren. Die Förderung der sprachlichen Vielfalt in den Mitgliedstaaten durch den Erwerb von Fremdsprachen ist ein weiterer Scherpunkt. Schließlich zielt das Querschnittsprogramm auf die Entwicklung von innovativen Ansätzen und Verfahren für lebenslanges Lernen ab, die auf Informations- und Kommunikationstechnologie beruhen.

Maßnahmen

Schwerpunktaktivität „Politische Zusammenarbeit"

  • Studienbesuche, multilaterale Projekte, Kooperationsnetze und ständige Konferenzen innerhalb der Gemeinschaft in Bezug auf lebenslanges Lernen;
  • Beobachtung und Analyse der Politik und der Systeme im Bereich des lebenslangen Lernens durch Studien und statistische Erhebungen in Zusammenarbeit mit Eurostat;
  • Unterstützung des Informationsnetzes und der Informationsstelle zum Bildungswesen in Europa „Eurydice";
  • Maßnahmen zur Förderung der Transparenz und der Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen (auch solcher, die im Rahmen des nichtformalen oder informellen Lernens erworben wurden);
  • Unterstützung von Organisationen und Netzen, die die Mobilität und die Anerkennung fördern, beispielsweise Euroguidance und das Netz nationaler Informationszentren für Fragen der akademischen Anerkennung (NARIC); länderübergreifende Internet-basierter Dienste (z. B. Ploteus);
  • Europass-Initiative.

Schwerpunktaktivität „Spracherwerb"

  • Aktionen zur Förderung des Sprachenlernens durch multilaterale Projekte, Entwicklung neuer Materialien die für das Sprachenlernen, einschließlich Online-Kursen und Instrumenten zur Prüfung der sprachlichen Kompetenz;
  • Instrumente und Kurse für die Ausbildung von Sprachlehrern;
  • Netze, die im Bereich des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt aktiv sind;
  • Aktivitäten und Kampagnen, um das Sprachenlernen attraktiver zu machen.

Schwerpunktaktivität „Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)"

  • Entwicklung IKT-basierter Inhalte, Dienste, pädagogischer Ansätze und Verfahren für lebenslanges Lernen durch multilaterale Projekte, Netzwerke, Mechanismen für die Evaluierung, sowie Analysen der technologischen und pädagogischen Entwicklung.

Schwerpunktaktivität „Verbreitung vorbildlicher Verfahren"

  • Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse von EU geförderten Projekten im Rahmen der EU-Bildungsprogramme und der Austausch von vorbildlichen Verfahren z.B. in Netzwerken die sich mit Fragen des lebenslangen Lernens befassen
  • Erstellung von Vergleichsmaterial; dies kann unter anderem die Zusammenstellung relevanter statistischer Daten und Studien für den Bereich der Verbreitung, die Nutzung von Ergebnissen und den Austausch vorbildlicher Verfahren umfassen.

JEAN MONNET - Programm

Mit dem Programm Jean Monnet werden Einrichtungen und Aktivitäten, die sich mit der europäischen Integration beschäftigen, gefördert. Die Europäische Union will den Kenntnisstand der Bevölkerung über europäische Fragen erweitern und die Forschung im Bereich der Europawissenschaften anregen. Hierzu erhalten Einzelpersonen, aber vor allem herausragende Institute, wie z.B. Jean Monnet-Lehrstühle und das Europäische Hochschulinstitut in Florenz materielle und finanzielle Unterstützung. Das Jean Monnet-Programm soll dazu beitragen, dass in der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa und darüber hinaus europäischen Themen gelehrt, diskutiert und erforscht werden.

Ziele

Ziel des Jean Monnet-Programms ist die Unterstützung herausragender Lehrangebote, Forschungsvorhaben und Studien zur europäischen Integration in Hochschulen innerhalb und außerhalb der EU. Das Programm soll das Interesse und das Wissen wissenschaftlicher Fachkreise und europäischen Bürger über die Entwicklung der EU erweitern. Weiterhin vergibt die Europäische Gemeinschaft Fördermittel für wichtige europäische Einrichtungen und Vereinigungen, die in der allgemeinen und beruflichen Bildung tätig sind und sich mit Fragen der Europäischen Integration beschäftigen. Dies soll zur Reflektion des Europäischen Integrationsprozesses und der Entwicklung von Zukunftsperspektiven beitragen.

Maßnahmen

Unilaterale und nationale Projekte

  • Jean-Monnet-Lehrstühle, -Forschungszentren und -Lehrmodule;
  • Vereinigungen von Professoren, anderen Hochschullehrern und Forschern, die sich auf die europäische Integration spezialisiert haben;
  • Förderung junger Forscher, die sich auf die europäische Integration spezialisieren;
  • Informations- und Forschungsaktivitäten mit dem Ziel, die Diskussion, die Reflexion und das Wissen über den europäischen Integrationsprozess zu fördern.

Multilaterale Projekte und Netze

  • Unterstützung des Aufbaus multilateraler Forschungsgruppen im Bereich der europäischen Integration.

Betriebskostenzuschüsse für Einrichtungen, die sich mit Fragen der europäischen Integration befassen

Betriebskostenzuschüsse zur Unterstützung anderer europäischer Einrichtungen und Vereinigungen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Teilnahmeberechtigte

  • Studierende und Forscher innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft, die sich im Rahmen der Hochschulbildung jeglicher Art mit der europäischen Integration befassen;
  • Hochschulen innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft;
  • Lehr- und Verwaltungspersonal dieser Hochschulen;
  • Vereinigungen und Vertreter, der an der allgemeinen und beruflichen Bildung innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft beteiligten Akteure;
  • Öffentliche und private Strukturen, die auf lokaler und regionaler Ebene für die Organisation und die Bereitstellung der allgemeinen bzw. beruflichen Bildung zuständig sind;
  • Forschungszentren und sonstige Einrichtungen, die innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft mit Aspekten der europäischen Integration befassen.

 

Weiterführende Links

Ausschreibungen und Fristen:
http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/calls/grants_en.html

Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA):
http://eacea.ec.europa.eu/index.html

GD Bildung und Kultur:
http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/index_de.html

Pädagogischer Austauschdienst (PAD):
http://www.kmk.org/pad/sokrates2/index.htm

Programmtext:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_327/l_32720061124de00450068.pdf