Europa für Bürgerinnen und Bürger
Das Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" soll die Bürgerbeteiligung und den interkulturellen Dialog in Europa fördern, damit die Kluft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den europäischen Institutionen überbrückt werden kann. Den Bürgerinnen und Bürgern will das Programm die Möglichkeit geben, sich aktiv in die europäische Gesellschaft einzubringen und sich am Aufbau eines zusammenwachsenden Europas zu beteiligen. Zudem sollen die Bürgerinnen und Bürger sich gegenseitig kennen lernen und ein Verständnis für die verschiedenen Kulturen Europas entwickeln.
Ziele
Das Programm soll Menschen aus der EU zum Austausch von Erfahrungen, Meinungen und Wertvorstellungen zusammenbringen, um so an der Zukunft Europas mitzuwirken. Ziel ist es, die europäische Idee in der EU greifbarer zu machen, indem die europäischen Werte und Errungenschaften gefördert werden. Um Diskussionen über die europäische Bürgerschaft zu fördern, sieht das Programm auch die Förderung von NGOs auf europäischer Ebene vor. Somit soll das Programm die Integration von Bürgerinnen und Bürgern sowie NGOs aus allen Mitgliedstaaten fördern, dabei zum interkulturellen Dialog beitragen und sowohl die Vielfalt als auch die Einheit Europas betonen.
Maßnahmen
Das Programm ist in vier Aktionsbereiche gegliedert, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der europäischen Bürgerschaft befassen.
Aktion 1: Aktive Bürger für Europa
- Bei Städtepartnerschaften soll der direkte Austausch zwischen europäischen Bürgerinnen und Bürgern gefördert werden. Dies kann durch punktuelle Maßnahmen oder Pilotprojekte geschehen; zu möglichen Aktivitäten zählen beispielsweise Bürgerbegegnungen oder Konferenzen und Seminare.
- In Bürgerprojekten werden verschiedene länderübergreifende Projekte unterstützt, bei denen die direkte Bürgerbeteiligung im Vordergrund steht. Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichem Hintergrund kommen zusammen, um gemeinsam zu handeln oder über gemeinsame europäische Themen zu diskutieren. Um Städtepartnerschaften und Bürgerprojekte zu ergänzen, werden zudem sog. unterstützende Maßnahmen gefördert, die auf den Austausch von Best Practice abzielen, Erfahrungen der Akteure auf lokaler und regionaler Ebene bündeln und zur Entwicklung neuer Fähigkeiten bei den Beteiligten, z.B. durch Schulungen beitragen.
Aktion 2: Aktive Zivilgesellschaft in Europa
- In dieser Aktion ist die Strukturförderung für Forschungseinrichtungen, die sich mit europäischen öffentlichen Politiken beschäftigen (Think-Tanks) vorgesehen. Ihre Maßnahmen sollen die Diskussion hinsichtlich der europäischen Bürgerschaft und europäischer Werte und Kulturen beleben.
- Daneben ermöglicht das Programm die Strukturförderung für Organisationen der Zivilgesellschaft auf europäischer Ebene, die zu Fragen des gemeinsamen Erbes, des freiwilligen Engagements, sozialer Themen etc. tätig sind.
- Schließlich werden Initiativen zivilgesellschaftlicher Organisationen wie NGOs, Gewerkschaften, Vereinigungen, Think-Tanks unterstützt.
Aktion 3: Gemeinsam für Europa
- Veranstaltungen mit großer Öffentlichkeitswirkung, wie z. B. Gedenkfeiern, Preisverleihungen, europaweite Konferenzen usw. werden unterstützt. Die Veranstaltungen sollen die Bürger Europas ansprechen, ihnen die Geschichte, Errungenschaften und Werte der EU bewusst machen und so das Gefühl einer europäischen Identität entstehen lassen.
- Studien, Erhebungen und Meinungsumfragen, die die Kommission durchführt, um ein klareres Bild der aktiven Bürgerschaft auf europäischer Ebene zu gewinnen.
- Informations- und Verbreitungsinstrumente, wie z.B. ein Internet-Portal und andere Instrumente.
Aktion 4: Aktive europäische Erinnerung
- Hier werden Maßnahmen finanziell unterstützt, die beitragen zur Erhaltung der wichtigsten mit Massendeportationen in Verbindung stehenden Stätten und Mahnmalen, der früheren Konzentrationslager und anderer großer nationalsozialistischer Stätten der Massenvernichtung und des Leidens. Auch Archive, in denen diese Ereignisse dokumentiert sind, und Stätten zur Wahrung des Gedenkens an die Opfer sowie an diejenigen, die unter extremen Bedingungen Menschen vor dem Holocaust gerettet haben, können gefördert werden.
- Zudem werden Maßnahmen zum Gedenken an die Opfer der mit dem Stalinismus verbundenen Massenvernichtungen und Massendeportationen sowie zur Erhaltung der Gedenkstätten und Archive, die diese Ereignisse dokumentieren finanziell unterstützt.
Teilnahmeberechtigte
Das Programm steht allen Akteurinnen und Akteuren offen, die die aktive europäische Bürgerschaft fördern. Entsprechend der Programmaktivitäten sind dies insbesondere: lokale Gemeinschaften, Forschungseinrichtungen zum Thema (Think-Tanks), Bürgergruppen und andere zivilgesellschaftliche Organisationen, wie z. B. NGOs, Plattformen, Netzwerke, Vereinigungen und Verbände, Gewerkschaften usw.
Neben den EU-Mitgliedstaaten wird das Programm potentiell folgenden Ländern offen stehen: EFTA-Staaten, den Kandidatenländern und den westlichen Balkanländern.
Informationen
Fristen http://eacea.ec.europa.eu/citizenship/calendar_en.htm
Programmtext http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_378/l_37820061227de00320040.pdf
Webseite der Kommission http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/index_de.html

