Das Instrument für die Entwicklungszusammenarbeit (DCI)

Das Instrument für die Entwicklungszusammenarbeit (DCI) soll die Entwicklungspolitik und die allgemeine internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit der Europäischen Union und den europäischen Nationalstaaten unterstützen. Besonderer Schwerpunkt des Engagements ist die Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ziele

Das Instrument für die Entwicklungszusammenarbeit (DCI) zielt auf den Aufbau einer kohärenten Entwicklungspolitik der EU ab. Die Maßnahmen der nationalen Regierungen und der Europäischen Institutionen sollen besser aufeinander abgestimmt werden, so dass internationale Probleme multilateral gelöst werden können. Dadurch soll die Einhaltung internationaler Verpflichtungen (z.B. UN Millennium-Goals) und Zusagen der Europäischen Gemeinschaft in Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit anderen Ländern gewährleistet werden. Thematisch sind z.B. die soziale und menschliche Entwicklung, der Umweltschutz, der wirtschaftliche Aufbau, und die Nothilfe in Krisenzeiten Schwerpunkt des EU Engagements. Dies soll zur Entwicklung moderner Staaten, in denen die Grundfreiheiten und Menschenrechte sowie die politische Beteiligung und Rechtsicherheit für die Bevölkerung gewährleistet sind, beitragen.

Geographische Programme

Mit den geografischen Programmen soll die Entwicklung der Länder und Regionen in Lateinamerika, Asien, Mittelasien, dem Nahen und Mittleren Osten und in Südafrika unterstützt und die Zusammenarbeit mit diesen Ländern und Regionen gestärkt werden. Die Förderung umfasst folgende Kooperationsbereiche: Menschliche Entwicklung (v.a. Gesundheit und Bildung); Sozialer Zusammenhalt und Beschäftigung; Staatsführung, Demokratie, Menschenrechte und Unterstützung institutioneller Reformen; Handel und regionale Integration; Umwelt und nachhaltige Entwicklung natürlicher Ressourcen; Wasser und Energie; Infrastruktur, Kommunikation und Verkehr; Situationen nach Krisen und instabile Staaten; Ländliche Entwicklung, Raumplanung, Landwirtschaft sowie Ernährungssicherheit.

Thematische Programme

Die Gemeinschaft finanziert thematische Programme in Ländern, Gebieten und Regionen, die im Rahmen eines geografischen Programms oder des Europäischen Nachbarschaftsinstrumentes förderfähig sind oder die für eine geografische Zusammenarbeit im Rahmen des Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) in Betracht kommen. Eine Region ist als eine geografische Einheit definiert, die mehr als ein Entwicklungsland umfasst.

DCI unterstützt Maßnahmen in den folgenden thematischen Programmen:

  • In die Menschen investieren (Gute Gesundheit für alle; Bildung, Wissen und Fähigkeiten; Gleichstellung der Geschlechter; Weitere Aspekte der menschlichen und sozialen Entwicklung)
  • Umweltschutz und nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, einschließlich Energie
  • nichtstaatliche Akteure und lokale Behörden im Entwicklungsprozess
  • Ernährungssicherheit
  • Migrations- und Asylpolitik
  • Staaten des AKP-Zuckerprotokolls (Teil des Lomé - Abkommens)

Maßnahmen

  • Projekte und Programme;
  • Budgethilfen;
  • sektorbezogene Hilfen;
  • in Ausnahmefällen sektorbezogene oder allgemeine Programme zur Unterstützung von Einfuhren in Form von sektorbezogenen Einfuhrprogrammen mit Sachleistungen, sektorbezogenen Einfuhrprogrammen mit Bereitstellung von Devisen zur Finanzierung sektorbezogener Einfuhren oder allgemeinen Einfuhrprogrammen mit Bereitstellung von Devisen zur Finanzierung allgemeiner Einfuhren, die eine breite Produktpalette betreffen können;
  • Mittelzuweisungen für die Europäische Investitionsbank (EIB) und andere Finanzintermediäre;
  • Zinszuschüsse, insbesondere für Umweltdarlehen;
  • Entschuldung im Rahmen international vereinbarter Entschuldungsprogramme;
  • Zuschüsse zu den Betriebskosten bestimmter Akteure;
  • Finanzhilfe für Programme zur Förderung von Partnerschaften zwischen öffentlichen Institutionen, lokalen Behörden, innerstaatlichen öffentlichen oder im öffentlichen Auftrag tätig werdenden privatrechtlichen Einrichtungen der Mitgliedstaaten und der Partnerländer und -regionen;
  • Beiträge zu internationalen Fonds, insbesondere zu Fonds, die von internationalen und regionalen Organisationen verwaltet werden;
  • Beiträge zu nationalen Fonds, die von den Partnerländern und -regionen zur Förderung gemeinsamer Kofinanzierungen verschiedener Geber eingerichtet wurden, oder zu Fonds, die von einem oder mehreren anderen Gebern zur gemeinsamen Durchführung von Projekten eingerichtet wurden;
  • Kapitalbeiträge für internationale Finanzinstitutionen und regionale Entwicklungsbanken;
  • Bereitstellung von Humanressourcen und materiellen Ressourcen für die Verwaltung und wirksame Überwachung der Projekte und Programme

Förderfähige Länder

Förderfähige Länder im Rahmen der geographischen Programme:

Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Cuba, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela

  • Asien: Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Demokratische Volksrepublik Korea, Laos, Malaysia, Malediven, Mongolei, Myanmar/Birma, Nepal, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Vietnam
  • Mittelasien: Kasachstan, Kirgisische Republik, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
  • Naher und Mittlerer Osten: Iran, Irak, Oman, Saudi-Arabien, Jemen,
  • Afrika: Südafrika

Förderfähige Länder im Rahmen der thematischen Programme

  • die oben genannten Länder der geographischen Programme
  • Länder, die über das Nachbarschaftsinstrument förderfähig sind (ENPI)
  • Länder, die für eine geographische Zusammenarbeit im Rahmen des Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) in Betracht kommen (AKP-Länder, d.h. Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik; überseeische Länder und Gebiete)

Förderfähige Länder im Rahmen des thematischen Programms „Staaten des AKP-Zuckerprotokolls":

Staaten des AKP-Zuckerprotokolls: Barbados, Belize, Guyana, Jamaica, St. Kitts und Nevis, Trinidad und Tobago, Fidschi, Republik Kongo, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Swasiland, Tansania, Sambia, Simbabwe.

Teilnahmeberechtigte

Teilnahmeberechtigt sind alle Partnerländer und -regionen der EU und deren Einrichtungen und Behörden sowie internationale Organisationen. Weiterhin können sich private Einrichtungen, Unternehmen und Finanzinstitutionen bewerben. Schließlich sind nichtstaatliche Akteure und natürliche Personen antragsberechtigt. Außerdem werden Europäische Organe, Einrichtungen und Agenturen zur Durchführung von flankierenden Maßnahmen für das DCI finanziell unterstützt.

 

Weiterführende Links

Fristen https://webgate.ec.europa.eu/europeaid/online-services/index.cfm?ADSSChck=1224746563160&do=publi.welcome&userlanguage=en

Programmtext
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_378/l_37820061227de00410071.pdf

Die Europäische Union in der Welt http://ec.europa.eu/comm/world/